Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Schildübergabe "Schule gegen Rassismus"

Wer hätte je gedacht, dass dieses Thema auch bei uns in Nürnberg so brisant werden würde? Von den Engpässen in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Zirndorf, also in unserer unmittelbaren Nähe, lesen wir seit Langem in der Zeitung. Und eine Verbesserung dieser menschenunwürdigen Situation scheint leider noch weit entfernt. Im Gegenteil: Das Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen wie PEGIDA verstärkt noch die Ablehnung alles Fremden.
Davon, dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, Religion oder ihres Geschlechts beschimpft, gemobbt, ausgegrenzt oder gar körperlich bedroht werden, ist bei uns an der Schule nichts und in der Lebensumwelt von uns Schülern kaum etwas erfahrbar. Aber vor den Lebenswirklichkeiten in der Welt können und wollen wir uns nicht verschließen.

Um eine solche Courage-Schule zu werden, benötigten wir, die Initiatoren, mindestens 70% an Unterschriften aller Mitschüler, Lehrer und Mitarbeiter unserer Schule. Mit ihrer Unterschrift hatten sie sich verpflichtet, Diskriminierung, insbesondere Rassismus, zu überwinden, sich mit diesem Problem offen auseinanderzusetzen und durch Projekte, Aktionen und Aktivitäten auch öffentlich dafür einzutreten.
Es gibt bundesweit mittlerweile ca. 1650 Courage-Schulen. Mehr Informationen dazu kann man im Internet nachlesen: www.schule-ohne-rassismus.org.

Schülerinnen und Schüler zeigen Gesicht!

Ein Projekt der Nürnberger „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“
Als Abschluss der Nürnberger Wochen gegen Rassismus starteten am Montag, den 20.03.2017, 19 Nürnberger Schulen einen gemeinsamen „Sternenmarsch“.
Die Schülerinnen und Schüler machten sich von ihren Schulen aus allen vier Himmelsrichtungen auf den Weg zur Straße der Menschenrechte. Der Weg führte die MOS von der Schule am Wöhrder See entlang zum Wöhrder Talübergang, an dem sie sich mit drei weiteren Schulen traf, durch die Wöhrder Parkanlage zum Hauptmarkt, an dem noch zehn weitere Schulen dazu stießen, über die Königsstraße zur Straße der Menschenrechte am Kornmarkt. Auf sich aufmerksam machte sich der gut 400-500 Menschen große Zug mit Plakaten, Bannern und lauten Stimmrufen.
Am Kornmarkt selbst fand ab 15 Uhr, moderiert, unter anderem, durch zwei Schüler der MOS, eine kleine Kundgebung mit allen beteiligten Schulen und interessierten Nürnbergern statt.
Das Programm der Kundgebung war bunt und vielfältig. Eine Percussionsgruppe, Ansprachen von Diana Liberova (Stadträtin), Bertram Höfer (SoR-SmC Netzwerk) und Schülern bereicherten die Kundgebung, genauso wie Jo Jasper (regionaler Musiker) mit seinem Song „Recht zu leben“, ein gemeinsamer Flashmob mit diversen Statements zum Thema „Wir sind viele, wir zeigen Gesicht“ sowie eine Schüler-Jazzband.
Die Möglichkeit sich schulübergreifend zu begegnen, auszutauschen und zu sehen, wie viele Schulen und somit Menschen sich FÜR eine Gesellschaft OHNE Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen, war für uns alle ein tolles und bereicherndes Erlebnis.

Annika Glück
(Sozialpädagogin)

Anti-Rassismus-Tage Nürnberg

Nürnberger "Schulen ohne Rassismus-Schule mit Courage" haben zum Auftakt der Wochen gegen Rassismus viele Aktionen gestartet - mit einem Klick auf die Sterne mehr erfahren.

Projekttag "Transgender, Transsexualität"

Warum gerade dieses Thema? Wir leben im 21. Jahrhundert. Homo- und Bisexualität, gleichgeschlechtliche Ehepaare sowie transidente Menschen sind für uns nichts Neues mehr. Oder doch? Gerade in der Vorbereitungsphase zum Projekttag durfte die AG „SoR – SmC“, die Schulleitung und die Sozialpädagogin feststellen, dass sie eigentlich vollkommen unwissend sind. Begriffsdefinitionen, Abgrenzung zu Homosexualität und Transsexualität sowie die Frage „Warum?“ waren in den AG-Treffen und darüber hinaus allgegenwärtig.

Auf einmal war Transsexualität präsent. Zeitungsartikel, Gesetzesentwürfe (Unisex Schilder für Toiletten) oder auch transidente Personen des öffentlichen Lebens. Das Thema hat also irgendwie unerwarteter Weise den Zeitgeist getroffen.

Und so trafen sich aufgeregt und voller Vorfreude zugleich die Schülerinnen und Schüler der MOS am 23.12.2016 um 8.30 Uhr zum Projekttag in der Schule.

Der Vormittag wurde von einem Impulsreferat von Tobias Müller (Facharzt für Psychiatrie) sowie von neun unterschiedlichen Workshops durch Gäste von außerhalb und von den AG-SchülerInnen bereichert. Der „SchwuLesbische“ Verein Fliederlich e.V. mit Simone Rathgeber und zwei weiteren Kolleginnen, Sandra Wißgott, eine Transfrau, vom Verein trans-ident e.V. und Tobias Müller mit zwei mitzwanziger Transmännern haben durch ihre Erfahrung und ihr fachliches Knowhow die Workshops der Schülerinnen und Schüler erweitert.

Doch auch die AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat sich wochenlang mit Hilfe der Sozialpädagogin in das Thema „Transgender, Transsexualität“ hineingefuchst, so dass mit fundiertem Wissen kreative Workshops angeleitet werden konnten. Workshops der Schüler waren zum Beispiel „Helga von Sabine Weigand – Buchbesprechung, kritische Auseinandersetzung“, „Hasskommentare: Auseinandersetzung und Umgang damit“ oder auch „Musik/Kultur - Transsexualität“.

Der Nachmittag stand unter dem Motto „Weg mit dem Schubladendenken“, an welches kreativ, mit Unterstützung von einigen LehrerInnen, herangegangen wurde. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit sich in unterschiedlichen Kreativstationen auszuprobieren. Die „Umgestaltung im Detail“ ermöglichte einen Einblick ins andere Geschlecht: So wurde beispielsweise ein Männerauge geschminkt, um sich die Frage zu stellen, ob ein geschminktes Männer- von einem Frauenauge überhaupt zu unterscheiden ist.

Die Kreativstation „Buttons“ setzte sich mit LSBT*I (Homo-/Bi-/Transsexualität) Symbolen auseinander und erstellte Buttons, während beim „Genderspezifischen Posing“ die innere Vorstellungskraft gefragt war. Wie fühle ich mich als Mann im Körper einer Frau? Gebe ich mich dann anders? Habe ich eine andere Körpersprache? Gerade nach der Wissensanreicherung am Vormittag doch eine ernstzunehmende Angelegenheit. Bildnerisch auslassen konnten sich die SchülerInnen bei den „Faltbildern“ und den „Collagen“.

Ausklingen lassen hat die MOS den Projekttag mit einer Diashow, Plätzchen und selbst gemachtem Punsch!

Ein herzliches Dankeschön an alle Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler für diesen gelungenen Projekttag!

Annika Glück, Sozialpädagogin

Aktionstag Flüchtlinge

30 Jugendliche aus verschiedenen Wohngemeinschaften der Rummelsberger Anstalten besuchten uns an diesem sonnigen Dienstag. Die Jungen und Mädchen sind Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind. Gemeinsam wollten wir einen schönen Tag verbringen, uns kennenlernen, Vorurteile abbauen und kreativ werden.

Die AG „SorSmC“ hatte sich dazu einiges ausgedacht: Zuerst wurden die unterschiedlichen Herkunftsländer in Kleingruppen vorgestellt. Dabei ging es um Themen wie Landessprachen, Schrift, Wahrzeichen, Musik, Hauptstädte und Essen. Das alles und noch mehr wurde auf Plakaten festgehalten und besprochen.

Danach wurde kreativ gearbeitet. Wir verzierten Bierbänke, batikten Taschen und Rucksäcke und trommelten gemeinsam. Fußball, Kicker und Basketball ergänzten das Angebot sportlich. Und fürs leibliche Wohl sorgten die MOS-Schülerinnen und Schüler mit einem reichhaltigen Buffet. Dazu gab es gegrillte Leckereien.

Dank der großzügigen Spende der Sparda-Bank (500,00€!) konnten wir alle Aktivitäten und das Essen sogar kostenlos für alle Teilnehmer anbieten. Hierfür an dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön!
Die Fotos, die wir hier online stellen, zeigen absichtlich niemanden unserer Gäste – dies geschieht zu deren Schutz und zur Wahrung der Anonymität.

Ein Minutenprotokoll über unseren Projekttag

...wir sind dabei!

Donnerstag, 11.06.2015, 08:31 Uhr
Die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen treffen (langsam) in der Schule ein. Heute ist ein besonderer Tag – in der Aula sind viele Stuhlreihen aufgebaut, vorne ist eine große Leinwand. Die Meisten wissen schon Bescheid (und klären diejenigen, die alles irgendwie immer als letztes erfahren, auf): heute ist der Aktionstag zum Thema „Zivilcourage“. In Zusammenarbeit mit dem CPH Nürnberg beschäftigen sich heute alle einen ganzen Schultag mit verschiedenen Wegen, wie sie sich aktiv gegen jede Form der Diskriminierung wehren können.

Donnerstag, 11.06.2015, 09:07 Uhr
60 Schüler stehen mit verschlossenen Augen und bunten Punkten im Gesicht seelenruhig in der Aula. So teilen die Mitarbeiter des CPH alle Schüler in Gruppen ein, in welchen sie dann den Tag über verschiedene Themen erarbeiten werden.

Donnerstag, 11.06.2015, 10:15 Uhr
Die Gruppen sprechen über das T-O-S-Dreieck (Täter-Opfer-Sonstige), daran werden verschiedene Machtkonstellationen aufgezeigt. Förderliche und hinderliche Faktoren fürs Eingreifen in diskriminierenden Situationen werden besprochen.

Donnerstag, 11.06.2015, 10:31 Uhr
Frische Brezeln und Brötchen in einer kurzen Pause!

Donnerstag, 11.06.2015, 11:40 Uhr
Bald ist Mittagspause, vorher werden aber noch Situationen aus dem Erfahrungsschatz der Schülerinnen und Schüler besprochen. Der ein oder andere Nachzügler kommt jetzt auch noch zu den Gruppen dazu… :-)

Donnerstag, 11.06.2015, 12:57 Uhr
Im großen Plenum sehen die Schüler einen Film mit sieben gestellten Szenen in einer U-Bahn. Mit versteckter Kamera wurde aufgenommen, wie zwei Schauspieler einen dritten angriffen, das (Nicht-) Eingreifen der Passanten wird nach jedem Abschnitt kommentiert und bewertet. Danach geht es nochmals in die Kleingruppen vom Vormittag. Rollenspiele mit verschiedenen Handlungs-möglichkeiten werden eingeübt und sich gegenseitig vorgeführt.

Donnerstag, 11.06.2015, 15:49 Uhr
Im großen Plenum wird eine Abschlussrunde gehalten, die Schüler sind sehr zufrieden und haben Neues dazugelernt!

Donnerstag, 11.06.2015, 16:30 Uhr
Endlich! Die Schildübergabe! Gleich im Anschluss an den Aktionstag überreicht Bertram Höfer vom Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ das Schild mit dem bekannten Logo an unsere AG „SoR – SmC“! Als Paten stehen Herr und Frau Busch bereit – und freuen sich schon auf kommende Aktionen mit uns!

Donnerstag, 11.06.2015, 17:04 Uhr
Musik tönt aus den Lautsprechern im Pausenhof, die Strandbar und der Swimmingpool werden eröffnet. Unser Schulfest startet! Es gibt Leckeres vom Grill sowie ein geniales Salat- und Nachtischbuffet (DANKE nochmal an alle Helfer!). Gefeiert wird bis 21:00 Uhr, bevor alle satt und glücklich den Heimweg antreten. J

1. Projekttag zum Thema „Rassismus“

Die Kick-Off-Veranstaltung: 22. Dezember, die Weihnachtsferien stehen vor der Tür, eine wichtige Etappe im Schuljahr ist geschafft! Zeit für einen ruhigen und besinnlichen Jahresabschluss? Naja…

Während eines Projekttages hat sich die gesamte Schule ein erstes Mal mit dem Thema „Rassismus“ beschäftigt. In fünf verschiedenen Workshops konnten die Schüler einiges erfahren und diskutieren:

  • Mit welchen „rechten“ Vorurteilen wird da eigentlich vermeintlich argumentiert und wie, also mit welchen Gegenargumenten, ist ihnen zu begegnen?
  • Was genau ist denn „rechte“ Musik?
  • Um was geht es da und welche „Tricks“ und Mechanismen stecken dahinter?
  • Wie lässt sich psychologisch nachvollziehen, warum Menschen sich auf den Holocaust eingelassen haben?
  • Welchem alltäglichen Rassismus begegnen wir heute auf unseren Straßen? Erkennen wir das überhaupt? Und letztlich – wie kann man aussteigen aus all dem, was gar nicht so leicht ist, wenn man den Wahnsinn irgendwann erkennt?

Auch zwei Spielfilme (Die Kriegerin, Die Wut) am Nachmittag haben diese Problematiken thematisiert. Also, nicht wirklich ruhig oder besinnlich dieser Tag, aber sinnvoll.