Sportunterricht in den Alltag integrieren

Muckibude als Sportunterricht

Oder auch: Sport im SportCentrum Nürnberg – hier ist für jeden was dabei!

„Ihr wisst ja wie es läuft: Fitnessraum, Squashhalle, Tischtennisraum und Badmintonfeld sind für euch geöffnet. Bitte teilt euch auf und dann: viel Spaß beim Sport!“
So beginnt Lena Mergner, Sportlehrerin an der Montessori Fachoberschule, fast jede Sportstunde mit den Schülern der 12. Klasse. Der Unterricht findet einmal wöchentlich im nahegelegenen Sportcentrum am Businesstower statt. Die Besonderheit hier ist: Jeder Jugendliche kann die Sportart betreiben, die ihm oder ihr wirklich gut gefällt. „Anders als beim Reck- oder Barrenturnen kann ich den Schülerinnen und Schülern hier zeigen, wie sie auch im Alltag Spaß an Bewegung haben können und so meinen Anteil dazu leisten, dass sie sich auch in der Freizeit körperlich betätigen.“ Was Lena Mergner damit meint, ist einleuchtend: Breitensportarten wie Badminton oder Squash sowie Fitnesstraining oder Tischtennis stehen deutlich weiter oben auf der Wunschliste der Jugendlichen als Barrenturnen oder Gymnastik. „Ich versuche, den Schülerinnen und Schülern Sportarten zu zeigen, die sie auch alleine oder mit Freunden am See und im Freibad ausüben können. So schaffe ich eine positive Einstellung zu Bewegung und Spaß an der Sache selbst.“ Sport wird so nicht zu einem abgegrenzten Schulfach, es integriert sich wunderbar in den Alltag der jungen Erwachsenen. Und mit diesem Konzept liegt Lena voll im Trend.

Schon früh klagen heutzutage viele Schülerinnen und Schüler über Rückenschmerzen oder Übergewicht. Glaubt man einer Studie des Robert-Koch-Instituts von 2006 (KiGGS), so sind 15% der Kinder und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahre übergewichtig, 6% leiden sogar unter Adipositas. Eine markante Zunahme der Übergewichtigen Kinder ist mit Eintritt in die Schule zu beobachten. Diese Entwicklung ist wenig verwunderlich, immerhin sitzen Kinder und Jugendliche ab dem Tag ihrer Einschulung Montag- bis Freitagvormittag in der Schule und haben wenig Bewegung. Nachmittags müssen dann Hausaufgaben erledigt werden, da bleibt das Fußballspielen mit Freunden leider oft auf der Strecke, oft treffen sich junge Leute lieber online. Mit dem Sportunterricht kann aber zumindest etwas gegen diese Entwicklung gewirkt werden. Schülerinnen und Schüler bewegen sich so regelmäßig und lernen vielleicht sogar eine Sportart kennen, die später zum Hobby wird.
19 Jugendliche sind in Lenas Sportklasse an diesem Mittwochmorgen, alle von Ihnen sind mit Spaß und Eifer bei der Sache. Jeder und jede treibt Sport nach seinen oder ihren Vorlieben und Stärken, in der Gruppe oder allein. „Wichtig dabei ist auch die Motivation“, so Lena, „die Schüler und Schülerinnen müssen nicht nur die Chance auf eine gute Note entsprechend ihrer Fähigkeiten haben, gerne erkläre ich ihnen zum Beispiel auch, dass sie mit körperlicher Ertüchtigung ihre Gehirnleistung für die nächsten Schulstunden deutlich erhöhen können. Und das gefällt ja letztendlich jedem Schüler…“